Prophylaxe: Zähne gesund halten

Wir sorgen mit unseren Präventions- und Prophylaxe-Maßnahmen für den dauerhaften Erhalt von Zahnfleisch, Zähnen, Mundschleimhaut und Implantaten. Dabei entwickeln wir sowohl für Kinder als auch für Erwachsene maßgeschneiderte Prophylaxe-Konzepte.

Die zahnmedizinische Prophylaxe (gr. προφυλάσσω prophylasso „von vornherein ausschließen“), beschäftigt sich mit vorbeugenden Maßnahmen, die die Entstehung bzw. Verschlimmerung von Krankheiten der Zähne und des Zahnhalteapparates verhindern sollen. Allem voran steht die Vorsorgeuntersuchung zur frühzeitigen Erkennung von krankhaften Zuständen. Betrifft sie ausgewählte größere Bevölkerungsgruppen, wie etwa Untersuchungen durch Schulzahnärzte für Schulkinder, spricht man von der Gruppenprophylaxe im Gegensatz zur Individualprophylaxe, die sich auf Einzelpersonen bezieht. Die kollektive Prophylaxe bezieht sich dabei auf große Bevölkerungskreise. Darunter fällt beispielsweise dieFluoridierung der Zähne durch Trinkwasserfluoridierung oder Zusätze von Fluorid zu Nahrungsmitteln (Salz), Mineralwasser und ZahnpastaBasisprophylaktische Maßnahmen, zu denen das tägliche Zähneputzen, die Verwendung von Zahnseide und zuckerarme Ernährung gehören, sind Bestandteil der täglichen Mundhygiene. Intensivprophylaktische Maßnahmen richten sich im Rahmen der Individualprophylaxe an Personen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko an Karies oder Parodontitis

Präventionsebenen[Bearbeiten]

 

 

  • Sekundäre Prävention: Die möglichst frühe Diagnose auftretender Krankheiten sowie deren Behandlung zur Heilung oder Einschränkung der Krankheitsausbreitung entspricht der sekundären Präventionsebene. Besuche zur Routinekontrolle in der Zahnarztpraxis in halbjährlichen Intervallen gehören zur Prävention.

 

  • Tertiäre Prävention: Tertiäre Präventionsmaßnahmen bestehen in der Vermeidung von Komplikationen, die bei der Behandlung bereits entstandener Krankheiten auftreten können.

 

  • Quartäre Prävention: Quartäre Prävention bedeutet Verhinderung unnötiger Medizin oder Verhinderung von Übermedikalisierung. Das Prinzip «primum non nocere» ist ein Grundpfeiler aller Medizin.

Karies- und Parodontalprophylaxe[Bearbeiten]

Zahnstein
Zahnfleischbluten
Zahnfleischentzündung
Karies
Siehe auchZahnkaries und Parodontitis

Karieserkrankungen der Zähne und Erkrankungen des Zahnhalteapparates haben ihre gemeinsame Ursache in der Plaque und deren Stoffwechselprodukten. Die primäre Karies- und Parodontalprophylaxe richtet sich auf die Schaffung einer möglichst plaque- und zahnsteinfreien Mundhöhle. Dieses Ziel kann nur durch geeignete Mundhygienemaßnahmen erreicht werden

Mundhygienemaßnahmen[Bearbeiten]

Bei der Mundhygiene unterscheidet man zwischen Zahnpflege und Prothesenhygiene. Ziel der Mundhygiene ist die regelmäßige und gründliche Entfernung von Speiseresten und Plaque, um Karies, parodontalen Erkrankungen und Mundgeruch vorzubeugen. Durch Mundspülungen, Sprays und Mundduschen allein können Zähne und Prothesenoberflächen nicht ausreichend gesäubert werden, allenfalls größere Speisereste lassen sich dadurch herausspülen.

Auch der langzeitige Erfolg bereits bestehender zahnmedizinischer Restaurationen (meist Füllungen) hängt von einer guten Mundhygiene ab. Ergänzend zu den Mundhygienemaßnahmen, die jeder zu Hause durchführen kann, sollte in regelmäßigen Zeitabständen von sechs Monaten eine professionelle Zahnreinigung durch den Zahnarzt oder dessen Hilfspersonal durchgeführt werden. Für den Patienten haben bei allen Mundhygienemaßnahmen auch die ästhetischen Aspekte einen hohen Stellenwert. Die Zähne sollen möglichst strahlend und hell sein und bleiben. Sofern es sich um aufgelagerte Flecken und Beläge handelt, ist dies mit der mechanischen Plaqueentfernung oder durch professionelle Zahnreinigung zu leisten. Geht es jedoch um die „innere“ Zahnfarbe, kann diese nur durch Zahnaufhellung (Bleaching) geändert werden. Saubere Zähne sind jedoch auch dafür die Voraussetzung.

Zahnpflege (mechanische Plaqueentfernung)[Bearbeiten]

Die Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS-IV) zeigte, dass 74,2 % der Kinder, 73,4 % der Jugendlichen, 72,8 % der Erwachsenen und 60,6 % der Senioren sich zweimal am Tag die Zähne putzen würden. Damit ist die Bedeutung der täglichen Mundpflege, wie sie zahnärztlicherseits empfohlen wird, zwar verbreitet, aber bei jedem Vierten noch nicht fester Bestandteil der Mundhygiene. Dabei kamen neben der Zahnbürste (manuell oder elektrisch) und der Zahnpasta vor allem zusätzlich der zuckerfreie Kaugummi, das Mundwasser/Mundspüllösungen und teilweise (insbesondere bei Erwachsenen) die Zahnseide zum Einsatz.[1]

Nach dem Genuss säurehaltiger Nahrungsmittel wie Obst oder zitronensäurehaltiger Getränke würde das Zähneputzen mit einer Zahnbürste den – leicht angeätzten − Zahnschmelz schädigen. Die Rolle des Fluoridions ist dabei diejenige eines Biokatalysators. Bei pH-Wert-Absenkungen, bedingt durch Säureattacken, funktioniert die CaF2-Deckschicht als "slow releasing device". Das freigesetzte Fluoridion sorgt für den Wiedereinbau von Kalzium- und Phosphationen im Sinne einer Remineralisation. Dem Remineralisationsprozess muss vor einem Zähneputzen genügend Zeit gegeben werden.[2

Prothesenhygiene[Bearbeiten]

 

Auch Zahnersatz („Die Dritten“) braucht intensive Pflege. Herausnehmbarer Zahnersatz wird mindestens einmal am Tag gründlich gereinigt. Die Oberfläche des Zahnersatzes ist, wie die eigenen Zähne von Plaqueablagerungen betroffen, ebenso die Zwischenräume zwischen Kiefer und Zahnprothese und zwischen eigenen Zähnen und Zahnprothese. Nachlässige Prothesenhygiene kann Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen und Karies an den verbleibenden eigenen Zähnen zur Folge haben, was zum Verlust weiterer Zähne führen kann.

 

  • Damit sich an der Unterseite der Zahnprothese keine Speisereste und Bakterien festsetzen, erfolgt die Reinigung von herausnehmbarem Zahnersatz stets außerhalb des Mundes.
  • Die groben Ablagerungen werden mit einer weichen Zahnbürste mindestens einmal am Tag, besser nach jeder Mahlzeit, entfernt.
  • Die Zahnpasta sollte nur wenig Schleifkörper enthalten, um Abrasionsschäden und damit eine raue Zahnersatzoberfläche, in der sich Bakterien ansiedeln können, zu vermeiden.
  • Einmal täglich wird ein Reinigungsbad mit Gebissreinigungstabletten durchgeführt, das auch an Stellen, die die Zahnbürste nicht erreicht, für hygienische Sauberkeit sorgt.

 

Zungenschaber

 

Zungenbürste

 

Zungenhygiene[Bearbeiten]

 

 HauptartikelZungenreiniger

 

Die Beläge der Zunge werden mit einem Zungenschaber entfernt. Dabei ist zu beachten, dass der Schaber möglichst weit hinten ansetzt und mit sehr sanftem Druck über die Zunge nach vorne geführt wird. Die entfernte Substanz wird ausgespuckt, der Mund danach ausgespült.

 

Kontrolluntersuchungen durch den Zahnarzt[Bearbeiten]

 

Zur Erhebung einer allgemeinen Anamnese füllt der Patient, meist, wenn er das erste Mal in einer Praxis behandelt wird, einen Fragebogen aus. Allgemeinerkrankungen können Auswirkungen auf die Zahngesundheit haben und spezielle Behandlungsrisiken beinhalten. Ergänzend zur schriftlichen Selbstauskunft des Patienten führen Patient und Arzt ein Gespräch. Eventuell bittet der Arzt den Patienten einen Ernährungsfragebogen auszufüllen, um das individuelle Kariesrisiko besser einschätzen zu können. Es folgt der intraorale Befund, zu dessen Erhebung der Arzt die Zähne, das Zahnfleisch und die übrige Mundschleimhaut des Patienten untersucht. In Einzelfällen wird die Speichelfließrate bestimmt.

 

Es folgt die Dokumentation des Zahnstatus. Als Zahnstatus wird die Erfassung des Gebisszustandes bezeichnet. Hierbei werden fehlende Zähne, ersetzte Zähne, Kariesbefall, Füllungen, InlaysOnlays, Implantate sowie Fehlstellungen oder sonstige Zahnerkrankungen in schriftlicher Form oder als Bild festgehalten. Als weißer Punkt (white spot) sichtbare demineralisierte Stellen an den Zähnen bezeichnet man auch als kariöse Initialläsion. Wird regelmäßig und ausreichend Fluorid angewandt, kann die weitere Zerstörung des Zahnschmelzes und damit des Zahns aufgehalten werden.

 

Ist die Karies weiter fortgeschritten und als dunkle Stelle oder als Loch sichtbar, entfernt der Zahnarzt die erkrankten Teile mit dem Bohrer, reinigt die Kavität und versieht den Zahn mit einer Füllung. So kann die fortschreitende Zerstörung des erkrankten Zahnes verhindert werden. Werden kariöse Zähne nicht behandelt, steigt die Zahl der verursachenden Bakterien in der Mundhöhle und es sind auch bisher gesunde Zähne von der Karies bedroht. In vielen Ländern, wie in den USA, erfolgt eine solche Untersuchung nicht durch Zahnärzte, sondern auch durch Zahnhygieniker.

Kariesprophylaxe[Bearbeiten]

 

Unter Kariesprophylaxe versteht man vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung von Karies (Zahnfäule).

 

Ansteckungsvorbeugung[Bearbeiten]

 

Karies ist eine Infektionskrankheit, d.h. sie wird durch kariogene Bakterien (Streptococcus mutans) ausgelöst. Manche Eltern neigen beispielsweise dazu, den Schnuller durch eigenes Abschlecken oder Absaugen zu reinigen, wenn der Schnuller zu Boden gefallen ist. Teilweise wird die Temperatur der Milch in Milchflaschen durch die Eltern durch Vorkosten geprüft. Hierdurch ist eine Ansteckung des Kindes mit kariesauslösenden Mundbakterien möglich. Die häufigste Übertragung erfolgt über den Schnuller und den Milchflaschensauger zwischen Mutter und Kleinkind. Es kommen auch andere Übertragungswege in Betracht, beispielsweise durch Spielzeug, das durch Kinder in Spielgruppen oder im Kindergarten gemeinsam in den Mund gesteckt wird und dadurch eine Übertragung von Bakterien erfolgt. Ebenso kann eine Übertragung, also Ansteckung, durch gemeinsam verwendetes Besteck, gemeinsam benutzte Zahnbürsten oder durch Küssen erfolgen. Die Höhe der Konzentration von Streptococcus mutans im Speichel korreliert eng mit dem Kariesrisiko.[7] Die Mikroorganismen produzieren aus niedermolekularenKohlenhydraten organische Säuren, die den Zahn angreifen, indem sie die in der Zahnhartsubstanz vorhandenen Mineralien herauslösen. Zucker aus der Nahrung wird dabei zu Milchsäure abgebaut. Nur Mikroorganismen, die diesen Stoffwechselprozess beherrschen (azidogene Mikroorganismen) und in stark saurem Milieu überleben können (azidurische Mikroorganismen), vermehren sich dann weiter.[8] Eine frühzeitige Erkennung des Kariesrisikos, insbesondere von schwangeren Müttern oder Betreuungspersonen durch geeignete mikrobiologische Speicheltests im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen, ist angezeigt.

 

Kariesprophylaxe mit Fluoriden[Bearbeiten]

 

 HauptartikelFluoridierung und Fluoride

 

a) Die Kristallite fluoridgeschützter Zahnhartsubstanz werden bei kariösen Angriffen nicht aufgelöst
b) Herrscht ein Fluoriddefizit, wird bei kariösen Angriffen die Oberfläche der Kristallite teilweise oder vollständig aufgelöst

 

Hierbei ist die Wirkung der Fluoride wissenschaftlich am besten untersucht. Fluoride kommen in Mineralien auf der ganzen Welt vor, wenn auch regional in unterschiedlichen Mengen, und werden seit Menschengedenken mit der Nahrung und dem Trinkwasser aufgenommen. Eine Aufnahme zu großer Mengen kann zu akuter oder chronischer Vergiftung (Fluorose) führen.

 

Für die karieshemmende Wirkung des Fluorids werden drei mögliche Mechanismen angeführt:

 

  • die Remineralisation entkalkter Schmelzbereiche wird begünstigt,
  • die Vergärung von Zucker in der Mundhöhle wird gehemmt und
  • der fluoridreiche Zahnschmelz wird weniger säurelöslich.

 

Das natürliche Fluoridangebot reicht für den menschlichen Organismus im Allgemeinen aus, für eine ausreichende Kariesprophylaxe scheinen diese Mengen allerdings zu gering. Deshalb werden Fluoride zusätzlich zugeführt, beispielsweise lokal über Zahnpasta und Mundspüllösungen oder systemisch in Form von Tabletten oder fluoridversetztem Kochsalz.

 

Fluoridapplikation[Bearbeiten]

 

Fluoride erhöhen die Widerstandskraft der Zähne gegen die Angriffe durch die sauren Stoffwechselprodukte der Bakterien im Zahnbelag (Plaque) oder Säuren aus der Nahrung (Fruchtsäfte, Softdrinks). In jeder Zahnpasta sollten Fluoride zur regelmäßigen Anwendung enthalten sein. Auch möglich ist das Benutzen einer hoch konzentrierten Zahnpasta (Duraphat-Zahnpasta) 1–2 × pro Woche. Diese ist verschreibungspflichtig und relativ teuer. Es stehen auch verschiedene Gels zur Verfügung, die apothekenpflichtig sind. Bei Patienten mit hohem Kariesrisiko kann zusätzlich eine Fluoridapplikation durch den Zahnarzt notwendig werden.

 

Empfehlungen der DGZMK zur Kariesprophylaxe mit Fluoriden[Bearbeiten]

 

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde gibt auf der Grundlage der Erkenntnisse, dass Fluoride hauptsächlich durch direkten Kontakt mit der Zahnhartsubstanz karieshemmend wirken, Empfehlungen zur Kariesprophylaxe mit Fluoriden insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.

 

  • Vor dem sechsten Lebensmonat sind aus zahnärztlicher Sicht keine Fluoridierungsmaßnahmen erforderlich. Wenn Fluorid gegeben wird, sollte nicht gleichzeitig fluoridhaltige Zahnpasta gegeben werden, da es zu Überdosierungen (Gefahr von Dentalfluorose) kommen kann.
  • Bereits die ersten Milchzähne sollen mit Kinderzahnpasta (maximal 500 ppm Fluorid) 1–2 mal am Tag gereinigt werden.
  • Mit Beginn des dritten Lebensjahres (also wenn das Kind zwei Jahre alt geworden ist) sollen die Milchzähne zweimal täglich geputzt werden, besonders wichtig ist eine abendliche gründliche Reinigung.
  • Ergänzend wird die Verwendung von fluoridhaltigem Speisesalz empfohlen, spezielle Fluoridtabletten sind im Allgemeinen nicht notwendig und nur nach Rücksprache mit dem Zahnarzt zu verabreichen.

    Kariesprophylaxe durch Xylitol[Bearbeiten]

     HauptartikelXylitol

    Xylitol ist ein natürlich und auch im menschlichen Stoffwechsel als Zwischenprodukt vorkommender Zuckeraustauschstoff, der Zahnpflegekaugummis beigegeben wird. Xylitol kann in der Mundhöhle Komplexe mit Calcium und Speicheleiweißen bilden, was zu einer Remineralisation von Zahnhartsubstanz führen soll. Bei ausreichender, nach Studien mindestens 5 Gramm pro Tag in mehreren Portionen, Xylitolzufuhr bildet sich keine Plaque auf den Zähnen und somit wird die Kariesentstehung verhindert. Xylitol wird von verschiedenen Mikroorganismen aufgenommen. Dies führt jedoch mangels Verstoffwechselungsmöglichkeit zum Absterben dieser Mikroorganismen. An erster Stelle ist Streptococcus mutans zu nennen, welcher für die Bildung des Zahnbelags und nachfolgend für die Zahnkaries verantwortlich zeichnet. Somit wird eine Kariesreduktion allein durch Xylitol in hohem Maße für möglich gehalten.

    Ernährungsberatung und -lenkung[Bearbeiten]

    Neben einer allgemeinen Ernährungsberatung steht aus zahnärztlicher Sicht eine zahngesunde Ernährung im Vordergrund. Insbesondere Zucker fördert die Entstehung von Karies. Bei Zucker handelt es sich um niedermolekulare Kohlenhydrate, die auch in Form von HonigTraubenzucker und Fruchtzucker kariesfördernd wirken.

    Zuckergehalt (Saccharose, Glukose und Fruktose)
    in einigen Lebensmitteln
    Lebensmittel Zuckergehalt
    in g/100 g
    Süßwaren  
    → 90
    → 60
    → 20
    → 20
    Brotaufstriche  
    → 75
    → 60
    → 50–60
    Obstkonserven 16–44
    Fruchtsaft
    gesüßt
     
    10–20
    Frischobst
    Bananen
     
    18
    Trockenfrüchte 40–64
    Cola-Getränke 8–11
    Tomatenketchup 28–30

    Zwischenmahlzeiten[Bearbeiten]

    Nach einer Mahlzeit sinkt der pH-Wert im Mund. Je nach gegessenem Lebensmittel dauert es unterschiedlich lange, bis die Bakterien im Mund die Reste zu Säure verarbeitet haben. Der pH-Wert wird vom Speichel automatisch nach einiger Zeit wieder neutralisiert. Der Prozess kann mit „Kaubaren Zahnbürsten“, Zahnputztabletten oder Zahnpflegekaugummis beschleunigt werden. Das Zähneputzen kann so jedoch nicht ersetzt werden, da die Keime, die das Zahnfleisch schädigen, nicht beeinflusst werden und die Plaque nicht beseitigt wird.

    Um die Säure im Mund zu neutralisieren, kann eine basische Mundspüllösung aus einem Esslöffel Natron auf 0,5 Liter Wasser verwendet werden.

    Erosion des Zahnschmelzes[Bearbeiten]

    Eine weitere Bedeutung haben säurehaltige Getränke wie Cola, Energy-Drinks, da auch Säure den Zahnschmelz angreifen kann.[9][10][11] Insbesondere kommt es dann zu Erosionen am Zahn, wenn saure Getränke immer wieder über den Tag verteilt zu sich genommen werden.

    Versiegelung tiefer Fissuren[Bearbeiten]

     HauptartikelFissur (Zahn)

    Nach dem Zahndurchbruch können die Fissuren durch Mikroorganismen besiedelt werden. Da Fissuren sehr tief (bis zu 1 mm) und sehr schmal (50 μm) sein können, ist eine effektive Reinigung häufig unmöglich.

    Der Zahnarzt kann bei kariesgefährdeten Personen kurz nach dem Zahndurchbruch die noch kariesfreien Fissuren mit einem dünnflüssigen Kunstharz- oder Kompositmaterial versiegeln, um die Besiedlung durch die Mundflora zu verhindern (Fissurenversiegelung). Ist die Fissur bereits besiedelt, muss diese erst durch Beschleifen oder Sandstrahlen gereinigt und evtl. etwas erweitert werden (erweiterte oder invasive Fissurenversiegelung).

    Literatur[Bearbeiten]

    • Christoph Benz: Zahnmedizinisches Projekt – Typische Probleme in Altenheimen – Lösungsansätze für die Praxis. In: ProAlter 3/2006:63–66.
    • Klaus M. Lehmann und Elmar Hellwig: Zahnärztliche Propädeutik. 9. Auflage, Urban & Fischer, München Jena 2002, ISBN 3-437-05390-6.
    • Elmar Hellwig, Joachim Klimek und Thomas Attin: Einführung in die ZahnerhaltungUrban & Schwarzenberg Verlag, München 1995, ISBN 3-541-18601-1.
    • Volker Ladenthin: Zahnpflege in der Ganztagsschule. In: engagement. Zeitschrift für Erziehung und Schule. Heft 1, (2008), S. 64f, ISSN 0723-3507.

    Weblinks[Bearbeiten]

     Commons: Zahnpflege – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise[Bearbeiten]

    1. Hochspringen DMS-IV-Studie (PDF; 74 kB) des Instituts der Deutschen Zahnärzte
    2. Hochspringen ZBay, H. Michel, Wie wirkt das Fluorid wirklich? (3/2000) S. 41
    3. Hochspringen Allgemeiner Informationsdienst (aid): Biss für Biss gesunde Zähne; zuletzt eingesehen am 12. Apr. 2009
    4. Hochspringen J I Gluch: As an Adjunct to Tooth Brushing, Interdental Brushes (IDBs) are More Effective in Removing Plaque as Compared With Brushing Alone or the Combination Use of Tooth Brushing and Dental Floss; Journal of Evidence Based Dental Practice; Volume 12, Issue 2, June 2012, Pages 81-83, ISSN 1532-3382doi:10.1016/j.jebdp.2012.03.016
    5. Hochspringen BASF pro-t-action™ Lactobazillus anti-caries für die Mundhygiene
    6. Hochspringen E. Kramer, Prophylaxefibel: Grundlagen zur Zahngesundheit, Deutscher Zahnärzte Verlag, 10. Auflage (2008) ISBN 3-7691-3391-9
    7. Hochspringen A Sharma et al. (2009): Dermatoglyphic interpretation of dental caries and its correlation to salivary bacteria interactions: An in vivo study In: JISPPD, Vol. 27, No. 1, S. 17–21 PMID 19414969 doi:10.4103/0970-4388.50811
    8. Hochspringen Monatsschrift Kinderheilkunde Volume 150, Issue 5 , pp 603-607 Karies bei Kleinkindern durch Primärinfektion mit Streptococcus mutans, ISSN 0026-9298
    9. Hochspringen Jain P, Nihill P, Sobkowski J, Agustin MZ: Commercial soft drinks: pH and in vitro dissolution of enamel. Gen Dent. 2007 Mar-Apr;55(2):150–4 PMID 17333990
    10. Hochspringen Kitchens M, Owens BM.: Effect of carbonated beverages, coffee, sports and high energy drinks, and bottled water on the in vitro erosion characteristics of dental enamel. J Clin Pediatr Dent. 2007 Spring;31(3):153–9 PMID 17550037
    11. Hochspringen Owens BM, Kitchens M.: The erosive potential of soft drinks on enamel surface substrate: an in vitro scanning electron microscopy investigation. J Contemp Dent Pract. 2007 Nov 1;8(7):11–20 PMID 17994150

     

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